Die Fotovoltaikanlage ist auf der Südseite der Hütte, auf dem Blechdach, oberhalb der neu errichteten Sonnenterrasse als Flachdachanlage errichtet worden. Die für den Betrieb der Materialseilbahn benötigte elektrische Energie liefert ein Dieselaggregat mit 16 kW Leistung. In Zeiten, wo die Fotovoltaikanlage die Versorgung alleine nicht aufrecht erhalten kann, wird das Dieselaggregat auch zum Laden des Akkumulators verwendet. Somit wird sichergestellt, dass jederzeit elektrische Energie verfügbar ist. Das Zusammenwirken von PV-Anlage mit dem Dieselaggregat macht die Gesamtanlage zu einer kompletten netzautarken Hybridanlage.
Im Rahmen des Projektes erfolgte im Herbst 2002 eine erste Exkursion, die das Ziel hatte den Ist-Zustand des Blitzschutzsystemes der Hütte zu ermitteln. Hierbei wurde festgestellt, dass die Blechdächer von Hütte und Toilettenanbau als natürliche Fangeinrichtung genutzt werden. Alle metallenen Teile auf den Dächern sind mit den Ableitungen verbunden. Ebenso die metallenen Aufsätze der beiden Kamine. Als Erdungssystem wurde ein Oberflächenerder verlegt. Auf Grund des felsigen Untergrundes ist das Erdungssystem nur stellenweise von Erdreich überdeckt. Das Erdungssystem wurde mehrfach strahlenförmig nach unten um ca. 30 — 40 Meter verlängert.
Der Blitzschutz-Potenzialausgleich besteht aus dem Zusammenschluss metallener Installationen, hierzu gehören u.a. die maschinellen Einrichtungen der Materialseilbahn. Überspannungsschutzmaßnahmen waren lediglich am Generatoranschlusskasten vorhanden. Vom Generatoranschlusskasten gehen insgesamt drei Leitungen (Plus-, Minus und PE-Leiter) Richtung Untergeschoss, wo sich Akkumulator und Wechselrichter befinden. Überspannungsschutzmaßnahmen im Bereich des Wechselrichters waren nicht vorhanden, sodass eine ordnungsgemäße Auskopplung von Blitzströmen nicht möglich war. Da das Generatorgestell leitend mit dem Blechdach verbunden ist, fließt zwangsläufig ein Teilblitzstrom über die Generatorleitungen. Im Falle eines Blitzeinschlags besteht somit eine potenzielle Gefährdung für die Hütte und die darin befindlichen Personen.
Nach der Feststellung des Ist-Zustandes wurde eine Risikoabschätzung nach DIN V VDE V 0185 T2 durchgeführt. Mithilfe der Risikoabschätzung wurden die Planungsparameter festgelegt und bei der Erweiterung des vorhandenen Blitzschutzkonzeptes berücksichtigt.
Am 08.Juli 2003 erfolgte dann eine 2. Exkursion, bei der dann die planerisch ermittelten zusätzlichen Blitzschutzmaßnahmen realisiert wurden. Werkzeuge, Messinstrumente und Materialien wurden mittels Rucksack über die Bergpfade zur Hütte transportiert (Bild 5 — 9). |